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Fragen und Antworten

  Die Orgel klingt doch noch gut.

 
Die Orgel klingt so gut bzw. schlecht, wie sie immer geklungen hat. Die Gemeinde hat sich von Beginn an auf diesen Klang eingestellt. Von den 46 Registern der Orgel sind seit Jahren bereits etwa ein Drittel nicht mehr zuverlässig spielbar bzw. klanglich unbefriedigend. Es kommt immer wieder vor, dass einzelne Töne hängenbleiben, dass die Elektrik der Register versagt und die Trakturgeräusche penetrant laut werden.
     
  Die Orgel ist doch erst 50 Jahre alt.

 
Offenbar waren beim Bau der Orgel die Gelder knapp. Zuschüsse durch die Landeskirche gab es nicht. Deshalb entschied man sich für einen Orgelbauer, der ein preiswertes, großes Instrument zu bauen versprach. Bereits 1981, als die Orgel gerade 20 Jahre alt war, hat ein Gutachter festgestellt, dass das Instrument sich in einem verheerenden Zustand befand. Als Ursache wurden einerseits das schlechte verwendete Material (z.B. unbehandelte Spanplatte statt Massivholz) und andererseits erhebliche Konstruktionsmängel der Orgel genannt. Eine teure Sanierung in den 80er Jahren hat die Mängel nicht wirklich beheben können. Im Frühjahr 2009 haben vier unabhängige Orgelbauer unsere Orgel begutachtet und übereinstimmend als einzig sinnvolle Möglichkeit einen Orgelneubau angeraten.
     
  Worin bestehen denn diese konstruktiven Mängel?

 
Beispielhaft seien hier drei Punkte genannt:
1. Die Windversorgung war von Anfang an mangelhaft gebaut und unterdimensioniert. Um dieses Manko auszugleichen, wurden die Mensuren der Pfeifen (also die Öffnungen, aus denen die Luft austritt und dabei die Töne erzeugt) sehr klein gehalten, was sich wiederum negativ auf den Klang auswirkt. Beim vollgriffigen Spiel mehrerer Register kommt es vor, dass der Winddruck abfällt.
2. Das Schwellwerk (das Werk mit den beweglichen Jalousien) wurde direkt an die Kirchenaußenwand gebaut. Durch die Kälte des Mauerwerks herrscht im Schwellwerk immer eine andere Temperatur als in der übrigen Orgel. Das führt dazu, dass die Pfeifen sich dort nicht ohne weiteres der Raumtemperatur anpassen können, also tendenziell zum anderen Teil der Orgel verstimmt sind.
3. Die einzelnen Register sind derart ungünstig angeordnet, dass wesentliche Teile des Hauptwerkes hinter der Bretterwand eines Holzregisters stehen und der Klang sich deshalb nicht nach vorn entfalten kann. Die Aufstellung der Pfeifen ist absolut unüblich: Die Pfeifen aller Register sind in der gleichen Weise angeordnet, so dass alle großen und alle kleinen Pfeifen jeweils zusammen stehen. Das führt dazu, dass in manchen Bereichen der Orgel viel Platz ist, andere aber gar nicht zugänglich sind und die dortigen Pfeifen deshalb auch nicht gestimmt werden können.
     
  Und eine Reparatur ist nicht mehr möglich?

 
Das Herzstück der Orgel, die Windladen, sind von Beginn an unzulänglich, schlecht gebaut und undicht. Mit dem Wind aus den Windladen werden die Pfeifen zum Klingen gebracht. Dieser Wind war von Beginn an unzuverlässig, die Orgel konnte nie richtig gestimmt werden. Das Problem wurde zum Teil bei einer großen Sanierung in den achtziger Jahren durch Ausgießen der Windladen mit 16 kg Leim behoben. Eine dauerhafte Verbesserung der Situation ist damit nicht erreicht worden. Auch jetzt ist bereits wieder festzustellen, dass Wind verloren geht. Außerdem sind andere Bereiche der Orgel defekt bzw. unzuverlässig (Traktur, Elektrik) und müssten ausgetauscht oder renoviert werden. Die konstruktiven Mängel der Orgel aus der Bauzeit wären dadurch aber nicht zu beheben. Deshalb raten die Orgelbauer auch von einer Renovierung dringend ab.
     
  Brauchen wir denn unbedingt eine Orgel in unserer Kirche? Es gibt doch z.B. in der Neustädter Kirche eine neue, hochwertige Orgel?

 
Die Matthäus-Kirche ist als Oratorien-Kirche für große kirchenmusikalische Projekte konzipiert worden. Folgerichtig ist hier eine der beiden A-Musiker-Stellen in Erlangen angesiedelt. Die Gemeinde betrachtet die Kirchenmusik als einen ihrer Schwerpunkte und investiert jährlich erhebliche Mittel in diese Arbeit. Ohne eine angemessene Orgel ist Kirchenmusik in St. Matthäus auf hohem Niveau nicht denkbar.
     
  Wie teuer wird der Neubau werden?

 
Eine Kirche unserer Größe braucht eine Orgel, die den Raum mit ihrem Klang füllen kann. Dazu sind 35 bis 45 Register notwendig. Bei einem Registerpreis von etwa 20 000 Euro wird eine neue Orgel zwischen 700 000 und einer Million Euro kosten. Wir erhalten für diesen Preis ein grundsolides Instrument, auf hohem handwerklichen Niveau gefertigt, das für viele Generationen seinen Dienst tun soll.
     
  Muss es denn eine Pfeifenorgel sein? Gibt es nicht auch gute elektronische Instrumente zu einem Bruchteil des Preises?

 
Die Landeskirche schreibt für Orgelneubauten zwingend Pfeifenorgeln vor. Elektronische Instrumente werden in der Regel nicht genehmigt und haben zudem nur eine begrenzte Lebensdauer.
     
Ein Projekt der Kirchgemeinde St. Matthäus Erlangen
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